Erstes Festival „Theaterwelten“ – Plattform für lokale und globale Impulse

Foto: Jörg Sobeck Szene aus „MAIA“, Art Vagabonds, Bénin (Afrika)

Foto: Jörg Sobeck
Szene aus „MAIA“, Art Vagabonds, Bénin (Afrika)

„Wir wollen mit ,Theaterwelten‘ sowohl traditionelle künstlerische Ausdrucksformen des Theaters präsentieren als auch aktuelle ästhetische Tendenzen aufzeigen und dabei gleichzeitig zu einem Dialog über gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Theater anregen, betonte BDAT-Präsident Norbert Radermacher zur Eröffnung des Festivals. Mit dem Konzept für „Theaterwelten“ hat der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) vom 11. bis 14. Juni gemeinsam mit dem Thüringer Theaterverband neue Wege eingeschlagen: Rudolstadt öffnete seine Tore für einen interkontinentalen Theateraustausch im Kontext von Fortbildung, kulturpolitischem Dialog und zivilgesellschaftlicher Positionierung.

Theaterexperten aus Ozeanien, Europa, Südamerika, Nordamerika und Afrika stellten ihre Arbeitsmethoden in Workshops vor. In der Zusammensetzung der Fortbildungsinteressierten aus verschiedenen Kontinenten, die sowohl kulturell als auch von ihrem sozialen Hintergrund her unterschiedlich verankert sind, zeigte sich die Lust am Theateraustausch weit über die eigenen Grenzen hinaus. „Noch nie habe ich in meiner langjährigen internationalen Workshoparbeit so dankbare und glückliche Festivalteilnehmer erlebt, wie hier in Rudolstadt“, freute sich Michail Chumachenko aus Russland im Anschluss an sein Theatertraining, das sich an der Methodik von Konstantin Stanislavsky orientierte.

Theatrale Impulse aus zwei unterschiedlichen Kontinenten vermittelten zwei Gastspiele aus Afrika und Südamerika. Zur Eröffnung ließen Theaterkünstler aus Bénin die Zuschauer mit „MAIA“ durch die besondere Theaterform des Storytelling an afrikanischer Mythen und Geschichten teilhaben. Unter den Gästen waren mit Attaché Kassimou Moumouni Seïdou und Botschaftsrat Christophe Dangnihin auch zwei Vertreter der Botschaft Bénins, die im anschließenden Gespräch mit den Veranstaltern die besondere Bedeutung für eine Fortsetzung des internationalen Theaterdialogs mit Afrika herausstellten.

Die überzeugende argentinische Performance „Déjà vu“ basierte auf einer lebendigen Bildsprache. Die Geschichte setzte sich mit den Themen Flucht und Krieg auseinander, geschickt wurden dabei aber auch humorvolle Stilmittel eingesetzt.

„Es hat mich tief bewegt, wie sich die hochmotivierten Workshopteilnehmer unterschiedlichster Kulturen lustvoll, sensibel und intensiv aufeinander eingelassen und gegenseitig bereichert haben. Von den exzellenten internationalen Dozenten und den hervorragenden afrikanischen und argentinischen Darstellern wurde eine wunderbare Festivalatmosphäre geschaffen, die alle inspiriert hat“, zeigte sich Frank Grünert, Vorsitzender des Thüringer Theaterverbandes und Festivalleiter, beeindruckt.

Ergänzt wurde das Programm mit einer Ausstellung und Diskussionen zur Theaterarbeit in Bénin/Afrika, einem Fachvortrag zum strukturierten und methodischen Umgang mit Theaterkritik und einer kulturpolitischen Talkrunde.

Theaterwelten wurde veranstaltet vom Bund Deutscher Amateurtheater und dem Thüringer Theaterverband in Kooperation mit dem Theater Rudolstadt und dem theater-spiel-laden. Gefördert durch: Auswärtiges Amt, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, BMFSFJ, Land Thüringen, Stadt Rudolstadt.

Weitere Informationen, Berichte und Fotos stehen hier: www.theaterwelten.info

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