Drei Goldene Masken für besonderes Engagement im Amateurtheater vergeben

Foto: K. Kellermann

Norbert Radermacher, Heinz Deichmann, Karl Uwe Baum und Rolf Wenhardt Foto: K. Kellermann

Bürgerschaftliches Engagement ist die Basis einer funktionierenden Gesellschaft und hat für das Amateurtheater einen herausragenden Stellenwert, das wurde bei der Verleihung der „Goldenen Maske“ am 14. September in Ransbach-Baumbach deutlich. Mit Freude nahmen Rolf Wenhardt (Baden-Württemberg/Hessen), Karl Uwe Baum (Sachsen) und Heinz Deichmann (Rheinland-Pfalz) die hohe Auszeichnung und Anerkennung des Bundes Deutscher Amateurtheater für ihr besonderes Engagement entgegen. Als Schauspieler, Regisseure, Bühnenbildner und Landesverbandsvorsitzende waren sie im Einsatz, oftmals in mehreren Funktionen gleichzeitig. Vergeben wurden die Auszeichnungen durch den Präsidenten des BDAT Norbert Radermacher.

In seiner Rede betonte Norbert Radermacher, dass alle Leistungen von Rolf Wenhardt, langjähriger Vorsitzender und heutiger Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg, gar nicht aufzuzählen seien. Er habe gekämpft, gestritten und taktiert – oft mit Samthandschuhen, aber wenn nötig, auch mal mit Fausthandschuhen. Eine Strategie über den eigenen Tellerrand hinaus kennzeichnete seine Verbandsführung und Rolf Wenhardt war sich der kulturpolitischen Bedeutung und Notwendigkeit seines Engagements stets bewusst. So erreichte er über die Jahre für das Amateurtheater in Baden-Württemberg nicht nur eine deutliche Aufstockung der Zuwendungen vom Land sondern auch, dass eine professionelle Geschäftsführung eingesetzt werden konnte. In der Bundesversammlung des BDAT war er ein starker Vertreter für die Sache seines Landesverbandes. Rolf Wenhardt nahm die Auszeichnung bewegt und mit großem Dank entgegen. Dass sein Engagement für das Amateurtheater auf Bundesebene dennoch weiter geht, belegen seine Mitarbeit im Bundesarbeitskreis Seniorentheater und auch sein Interesse, für den Bundesarbeitskreis Mundart und Sprachen aktiv zu werden.

„Wer in einer Gesellschaft lebt und partizipiert, kann nicht nur nehmen, sondern muss der Gesellschaft etwas zurückgeben“, zitierte Norbert Radermacher den Theatermacher Karl Uwe Baum und verwies auf seine Lebensleistung für das Amateurtheater. Eine wichtige Säule seines kulturpolitischen Denkens sei der Grundsatz gewesen: Immer alles in Frage stellen! Man habe Karl Uwe Baum im Bundesverband stets als offensiven Nachdenker und kritischen Fragesteller wahrgenommen! Der langjährige Vorsitzende des Landesverbandes Amateurtheater Sachsen (LATS) leitete den Verband in der Tradition eines progressiven Amateurtheaters, bei dem es galt, die künstlerische Arbeit zu hinterfragen und dennoch offen zu sein für neue Entwicklungen. Zu seinen letzten Erfolgen zähle die vom LATS herausgegebene, bundesweit beachtete Publikation „Auf der Szene – Gesichter des nichtprofessionellen Theaters in Sachsen von 1500 bis 2000“, die in dieser Form bislang einzig ist. Karl Uwe Baum bedankte sich für die Auszeichnung und sagte, er habe sein Wirken stets als selbstverständlich angesehen. Die Veröffentlichung zur Geschichte des Theaters in Sachsen bezeichnete er als größte Herausforderung. Die Auszeichnung sehe er daher auch als Anerkennung für all jene, die daran mitgewirkt haben.

Ein Heimspiel hatte der Theaterallrounder Heinz Deichmann, der fast 15 Jahre auf der Bühne in Ransbach-Baumbach stand und die Auszeichnung an seiner alten Wirkungsstätte im Pleurtuit-Saal der Stadthalle Ransbach-Baumbach entgegennahm. Seine Liebe zum Theater hatte Heinz Deichmann bereits in den Kinderschuhen entdeckt. Während seines Studiums war er als Statist am Karlsruher Staatstheater aktiv und über mehrere Jahre spielte er an der Freilichtbühne Ötigheim. Im Jahr 1990 gründete er mit einigen Mitspielern das Amateurtheater Courage, das sich zu einem der führenden Amateurtheater in Rheinland-Pfalz entwickelte. Obwohl mit Leidenschaft Theatermann, Spieler, Regisseur und Bühnenbauer, waren ihm auch die Strukturen und Rahmenbedingungen rund um den Theaterbetrieb wichtig, auch deshalb wurde er 1995 zum Vorsitzenden des Landesverbandes Amateurtheater Rheinland-Pfalz gewählt. In seiner Wirkungszeit hat sich die Mitgliederzahl nahezu verdreifacht. Von 2000 bis 2010 war Heinz Deichmann Vizepräsident des BDAT und übernahm hier Verantwortung für den Bereich Seniorentheater. An einer Neuorientierung des Dachverbandes war er maßgeblich beteiligt und trug zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen und Strukturen innerhalb des Verbandes bei. Heinz Deichmann nutzte die Gelegenheit, sich „auf seiner Bühne“ bei seinen
Theaterfreunden, die ihn über mehrere Jahrzehnte unterstützt und begleitet haben, zu bedanken. „Welche Motivation braucht es, sich so viel Zeit und so viele Wochenenden mit Verbandsarbeit um die Ohren zu schlagen? Es braucht ein gutes Team, damit das Feuer niemals ausgeht“, sagte abschließend der leidenschaftliche Theatermann.

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