Das Kleine Theater Falkensee präsentiert: Die Kriegsberichterstatterin

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Eine Bürofarce von Theresia Walser.

Das “Kleine Theater Falkensee” feiert am Freitag, dem 16. November um 19.30 Uhr im Johannes R. Becher-Kulturhaus Premiere mit seiner neuen Produktion: “Die Kriegsberichterstatterin” von Theresia Walser in der Regie von Sebastian Eggers.

Die vorhergehende Inszenierung, “Einsame Menschen” von Gerhart Hauptmann, wurde 2011 begeistert vom Publikum in Falkensee aufgenommen und feierte auch überregional Erfolge: Sie wurde auf den Brandenburgischen Amateurtheatertagen in Schöneiche bei Berlin gewürdigt, ist als eine von drei Theatergruppen in ganz Deutschland für den bundesweiten Amateurtheaterpreis “amarena” 2012 nominiert worden und ging als überzeugende zeitgenössische Hauptmann-Adaption in das Archiv des Gerhart Hauptmann Museums in Erkner ein.

Nun wendet sich das “Kleine Theater Falkensee” einem völlig anderen Genre zu: Theresia Walser hat eine böse Farce über den Büroalltag geschrieben. Im Fokus stehen unsere Bequemlichkeit, unsere Kleinlichkeit und Spießigkeit, unser Geltungsdrang, unsere beruflichen Machtfantasien, unsere kläglichen Ausbruchsversuche und sexuellen Obsessionen. Die Mitarbeiter eines Amtes, das die deutsche Sprache archiviert, treffen sich einmal jährlich zur Betriebsfeier. Dabei werden einzelne Mitarbeiter ausgezeichnet. Nur: Wer ausgezeichnet wird, ist im nächsten Jahr nicht mehr dabei. Alle Mitarbeiter, die ausgezeichnet wurden, sind im Verlauf des folgenden Jahres gestorben. Verständlich, dass die Gäste mit gemischten Gefühlen erscheinen. Diesmal ist es besonders brisant, denn der Institutsleiter möchte endlich seinen Nachfolger bekannt geben. Allerdings taucht er nicht auf, seine Frau leitet die Veranstaltung, und wer weiß – vielleicht gibt es ihn gar nicht mehr?

Das Stück arbeitet mit verschiedenen Bedeutungsebenen. Die Figuren werden überzeichnet, ihre Beschäftigung ab absurdum geführt. „Und die Vergeblichkeit, sag ich mir, ist ja auch ein Lebenssinn“ heißt es im Stück. Und plötzlich knallt ein fremdes Wesen in diese Gesellschaft, eine rätselhafte, fantastische Figur: Eine Frau, die immer wieder vom Krieg erzählt, der draußen tobt. Ist sie ein Opfer? Ist sie eine Hochstaplerin? Ist sie eine Moderation, eine Irre, eine Verhungernde? Oder hat sich die behagliche Wohngegend der gehobenen Mittelklasse plötzlich in einen Kriegsschauplatz verwandelt? Mit ihrem Auftauchen ist die kleinbürgerliche Gemütlichkeit mit ihren routinierten Revierkämpfen dahin. Sie heizt die Stimmung zusätzlich auf und katalysiert den „Krieg auf der Betriebsfeier“. Es kommt zum Exzess und zur gnadenlosen Abrechnung. Das Stück löst bewusst nicht alle Fragen, die es aufwirft. Stattdessen lädt es zu mehrfachen Perspektivwechseln und Reflexionen ein. Nur eines ist ganz sicher: Das “Kleine Theater Falkensee” bittet mit seiner diesjährigen Inszenierung zu einer hundsgemeinen Farce, bei der sicher kein Auge trocken bleibt.

Premiere Freitag, 16. November 2012, 19.30 Uhr.
Weitere Aufführungen:
Samstag, 17. November, 19.30 Uhr
Sonntag, 18. November, 16.00 Uhr
Montag, 19. November, 19.30 Uhr

Kulturhaus Johannes R. Becher
Havelländer Weg 67/Ecke Nauener Straße
14612 Falkensee
Karten unter 03322-3287
Eintritt 8,- Euro.

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