Alles Theater oder Rosa Romanze?

Ja doch, was sonst! Die Welt – im Großen oder im Kleinen ist eine Bühne. Und wenn diese Bühnen uns nicht genügen, bauen wir noch welche hinzu um unsere eigenen kleinen Stücke des Lebens aufzuführen. In jedem von uns steckt der Darsteller, steckt das Talent zur Selbstdarstellung, steckt ein Komödiant, ein Erzähler. Manchmal auf komische Weise, manchmal mit Tragik verbunden. Doch meistens versuchen wir fröhlich zu sein. Denn wir alle wissen aus dem täglichen Einerlei: Fröhlichkeit kommt an, Fröhlichkeit ist gesellig, auch wenn dabei ab und zu die bittere Wahrheit unter den berühmten Teppich gekehrt wird.

Unser „Theater in der Scheune“ durchlebte 2011 eine turbulente Zeit. Weniger das Theater selbst als vielmehr die Akteure. Wie aus dem Nichts standen wir fünf Wochen vor der angekündigten Premiere plötzlich ohne Regisseur und ohne einen Teil des Ensembles da. Ein ganz dunkler Moment für all diejenigen, die seit Monaten ein neues, noch dazu sehr aufwändiges Stück einstudiert und geprobt hatten. Doch während eine Woche später in unmittelbarer Nachbarschaft eine „neue“  Theatergruppe gegründet wurde, suchten wir nach einem neuen Stück. Die Vorgaben waren klar: 6 Schauspieler, 3 männlich, 3 weiblich, eine Komödie und Spieldauer mindestens eine Stunde. Beim Plausus-Theater-Verlag wurden wir mit diesen Vorgaben schnell fündig. „Rom ist auch nicht alles“, von Claudia Gysel. Und dann tauchte auch schon Günther Hornberger auf und wollte die Regie übernehmen. Die Freude darüber wurde schnell durch den nächsten Schock abgelöst: unser Regisseur vertrat die Ansicht, das ausgewählte Stück auf unsere Charaktere umschreiben zu wollen. Gut und schön, aber bis zur Premiere sind es nur noch 4 Wochen! Und ob der Theater-Verlag einer solch gravierenden Änderung zustimmt? Nein. Der Theater-Verlag wollte nicht, hatte starke Bedenken. Doch die Autorin in der fernen Schweiz hatte Verständnis für unser Anliegen und gab „grünes Licht“. Und so entstand die

„Rosa Romanze“ – oder Rom ist nicht Venedig.

Ein Lustspiel von Günther Hornberger nach einer Idee von Claudia Gysel. Exakt 3 Wochen vor Premiere hielten wir die Rohfassung in Händen. Was dann folgte, waren Proben, lernen, Proben, lernen… Jeder von euch, der schon mal einen Regie-Wechsel mitgemacht hat weiß, von was ich rede. Man kennt mit der Zeit seinen Regisseur und stellt sich auf ihn ein. Ein neuer Regisseur ist immer ein Sprung ins eiskalte Wasser. Wir mussten alle von Anbeginn neu „lernen“. Bewegung – Sprechen – Bewegung – Pausen – Spannung aufbauen – Spannung lösen. Ich erinnere mich noch an eine unserer ersten Proben, bei der wir eine Szene fast 20 Minuten lang probten. Die Szene war „einfach“: Anklopfen, Türe öffnen, „Frau Rothenberger, ich bin es, Bernhard Blume, ihr Sekretär“. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Es war faszinierend zu beobachten, wie das Publikum angespannt diesem Akt folgte…

Um es kurz zu machen: wir haben die Premiere am 25. Juni mit Bravour geschafft. Ein paar kleine Änderungen wurden in den nächsten Vorstellungen noch eingebaut. Aber es war geschafft. Keiner von uns hat das für möglich gehalten. In all den zurückliegenden Jahren hatten wir bis zu 6 Monaten geprobt… und nun ging das in knapp 4 Wochen. Die Begeisterung innerhalb der Gruppe kannte keine Grenzen. Gleichwohl, ich möchte diese Zeit – auch wenn es ein Happyend gab – nicht zur Nachahmung empfehlen.

Wir haben uns zwischenzeitlich wieder etwas breiter aufgestellt und studieren für die Saison 2012 das Stück von Hans Schimmel ein: „Stirb schneller, Liebling“. Premiere ist am 23. Juni 2012, 19.00 Uhr im Theater in der Scheune, in Schönwalde-Glien, OT Dorf, im Verein „kreativ-e.V.“ Wir freuen uns auf euren Besuch. Und die zwei Gäste, die die weiteste Anreise haben, bekommen selbstverständlich freien Eintritt. Das gilt für jede Vorstellung.

Reinhold Ehl
Theater ist wie Kino – nur live!

www.theater-in-der-Scheune.de
www.kreativ-ev.de

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